Zum Inhalt springen
softpicksde
Magazin für Software und digitale WerkzeugeStand:

StartSoftware & LizenzenWer Open Source bezahlt

Software & Lizenzen

Wer Open Source bezahlt

Drei Finanzierungsmodelle, drei Warnzeichen für ein totes Projekt und die Frage, was ein Nutzer dagegen tun kann.

Wer Open Source bezahlt
Foto: Elian · CC BY-SA 3.0 (Wikimedia Commons)
Inhalt dieses Beitrags
  1. Die Rechnung wird bezahlt
  2. Das fragile Maintainer-Modell
  3. Wie man erkennt, ob ein Projekt aktiv ist

Open-Source-Software mag zwar kostenlos herunterladbar sein, aber sie benötigt dennoch Geld, um weiterentwickelt zu werden. Bevor man sich auf ein Projekt verlässt, sollte man wissen, ob es aktiv unterstützt wird.

Die Rechnung wird bezahlt

Das bedeutet nicht, dass niemand für die Wartung bezahlt. Zwei gängige Modelle sind Unternehmen, die Entwickler finanziell unterstützen, die die Software für ihr Geschäft benötigen, und Stiftungen, die Geld durch Spenden und Firmensponsoren sammeln.

Das zweite Modell hat eine Variante: Unternehmen, die auch eine funktionsreichere Version oder einen Supportvertrag verkaufen. Aber es ist nur ein weiterer dieser indirekten Finanzierungswege: Direktes Geld für die Entwicklung, plus laufende Kosten.

Das dritte Standbein ist Crowdfunding. Das kann über Crowdfunding-Plattformen oder Spendenlinks wie GitHub Sponsors erfolgen. So wird jemand dafür bezahlt, die Entwicklung weiterzuführen, wenn die Unternehmensvariante es nicht mehr tut.

Das fragile Maintainer-Modell

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Projekte von der unbezahlten Zeit einer oder weniger Personen abhängen. Die Gesundheit eines Projekts ist nicht dasselbe wie die Anzahl der verschiedenen Personen, die einen Commit ins offizielle Repository gepusht haben. Es gibt Projekte mit vielen Beitragenden, die tatsächlich aufgegeben wurden, weil seit Jahren niemand mehr einen PR mergen oder ein Issue beheben durfte.

Wie man erkennt, ob ein Projekt aktiv ist

Wie erkennt man das also?

Ein weiterer Blickpunkt ist die Release-Historie. Wenn ja, deutet das auf mehrere beteiligte Personen hin, die dafür sorgen, dass alles in Schuss bleibt. Steht in den Release Notes seit sechs Monaten „dies ist die neueste Version“, ohne dazwischenliegende Sicherheitsupdates? Vielleicht sollten Sie nachfragen, ob es wirklich noch gewartet wird oder ob das Unternehmen, das darauf angewiesen ist, inzwischen das Interesse verloren hat.

Schließlich kann man einen Blick auf das Repository-Health-Dashboard werfen. Ist der Graph der letzten Commits flach oder sprunghaft? Wenn es nur eine Person ist und man keine Kontaktinformationen des Besitzers findet, könnte das bedeuten, dass Sie sich effektiv auf eine einzelne Person als Notfallplan eines Unternehmens verlassen.

Was passiert, wenn ein Projekt aufgegeben wird

Wenn ein Projekt tatsächlich aufgegeben wird, keine Sorge: Der veröffentlichte Code bleibt für immer im Repo erhalten. Aber wie es danach weitergehen soll, ist eine andere Frage. Wenn Ihnen langweilig wird, könnten Sie versuchen, die Leitung selbst zu übernehmen, aber welchen Sinn hat es, diese Arbeit auf sich zu nehmen, wenn das Unternehmen, das sie braucht, sich aufgelöst und mit Software neu angefangen hat, für die es bereits Leute hat? Die Geisterschalen aufgegebener Open-Source-Software bleiben bestehen, aber keine von ihnen ist verpflichtet, weiter nützliche Arbeit zu leisten – also wen kümmert's?

Mehr aus dem Ressort

Partner & Kooperationen